"Sonderauftrag Linz"

Maria Brunner, seit 1941 NSDAP-Mitglied, war ab Jänner 1944 als Kanzleihilfskraft für den "Sonderauftrag Münzen" tätig.

Der Numismatiker Fritz Dworschak machte in der NS-Zeit Karriere und übernahm zentrale Funktionen in der Wiener Museumslandschaft.

Hildegard Gussenbauer, Tochter des Chirurgen Carl Ignatz Gussenbauer, war Kunstvermittlerin, Kunstberaterin und Kunsthändlerin in Wien. Nach der Berufung ihres Vaters zum Nachfolger Theodor Billroths als Leiter der II. Chirurgischen Universitätsklinik war die Familie 1894 nach Wien übersiedelt.

In Folge des Münchner Abkommens vom 29. September 1938 marschierten am 2. Oktober 1938 deutsche Truppen in das sogenannte Sudetenland, bis dahin Teil der Tschechoslowakei, ein.

Das im Jahr 777 gegründete oberösterreichische Benediktinerstift Kremsmünster wurde im Jahr 1941 durch eine Verfügung der Gestapo beschlagnahmt und unter Verwaltung des Reichsgaues Oberdonau gestellt.

Der Begriff Kunstmuseum Linz bezeichnet kein real existierendes Museum, sondern ein Museumsaufbauprojekt im Kontext nationalsozialistischer Kunstpolitik.

Im Mai 1939 erwarb der gelernte Tischler und Kunsthändler Karl Löscher die Gewerbeberechtigung für den Handel mit Originalgemälden und Antiquitäten, woraufhin er sich in der Wiener Innenstadt in der Spiegelgasse 19 mit der Kunsthandlung Karl Löscher selbständig machte.

Nach dem Tod ihres Mannes Anton Penizek (1868–1937) übernahm Melanie Penizek 1937 die seit 1934 in Wien 1, Spiegelgasse 19, gelegene Antiquitätenhandlung und führte das Geschäft zunächst als Witwenbetrieb fort.

Hans Posse war ein deutscher Kunsthistoriker, der im Juni 1939 von Adolf Hitler als "Sonderbeauftragter für Linz" eingesetzt wurde.

Liselotte Seutter von Loetzen, Tochter eines jung verstorbenen Bankdirektors und einer Keramikerin, brachte vielfältige (berufliche) Erfahrungen mit, als sie im Oktober 1942 Mitarbeiterin des "Sonderauftrags Münzen" wurde.

Hermann Voss studierte in Heidelberg Kunstgeschichte, Musikgeschichte und Geschichte. Seiner Promotion 1906 folgte ein Aufenthalt in Italien, 1908 begann er als Volontär an den Königlich Preußischen Kunstsammlungen zu Berlin bei Wilhelm Bode.

Marie Wolfrum (1883–1967) kaufte nach dem Ersten Weltkrieg die 1850 gegründete Firma Josef Löwy – k. u. k. Hof-Photograph, Kunst- und Verlags-Anstalt samt Lagerbestand, in der sie ab 1896 zuerst ihre Lehre absolviert und später als Verkäuferin und Leiterin des Unternehmens gearbeitet hatte.

Das Zentraldepot wurde im Herbst 1938 eingerichtet, um Objekte aus beschlagnahmten Wiener Kunstsammlungen, deren EigentümerInnen als Juden und Jüdinnen verfolgt wurden, an einem zentralen Ort zu verwahren.