Berger, Josefine

Josefine Berger

Porträt, Schwarz-Weiß-Foto
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27.4.1903 Purkersdorf (Stössing) – Todesdatum und -ort unbekannt

Nach einigen Jahren Berufserfahrung in der Lohnverrechnung wurde Josefine Berger Anfang 1939 in den Kanzleidienst des Kunsthistorischen Museums in Wien aufgenommen, wo sie – mit kurzer Unterbrechung – bis zur ihrer Pensionierung 1963 verblieb. Museumsleiter Fritz Dworschak hatte beim Ministerium für innere und kulturelle Angelegenheiten ihre Anstellung als Ersatzkraft für die "erkrankte", später aus politischen Gründen entlassene Christine Raab beantragt. Er beschrieb Berger als "illegale Mitarbeiterin der NSDAP", die sich "unentwegt auch während der ganzen Verbotszeit durch Uebermittlung verbotener nationalsozialistischer Literatur, Propaganda und Spenden für die nationalsozialistische Idee eingesetzt" hätte. Als politisch zuverlässige Mitarbeiterin im Sinne des NS-Regimes (NSDAP-Mitglied Nr. 6,330.955, Eintritt Mai 1938) wurde sie u. a. mit der Führung der Personalakten betraut. Im Herbst und Winter 1939/1940 arbeitete sie in der Bergungsstelle "Schloss" (Kartause Gaming). Siegfried Troll, zu dieser Zeit als leitender Beamter in Gaming tätig, lobte Josefine Bergers große Freude an der Arbeit und ihre Findigkeit und Erfahrung in praktischen, handwerklichen Belangen. 1945 wurde sie wegen Zugehörigkeit zur NSDAP als Minderbelastete vom Dienst enthoben, konnte aber Mitte 1946 wieder regulär ins Museum zurückkehren. 1963 bekam sie die Goldene Medaille für Verdienste um die Republik Österreich.

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Veröffentlichungsdatum
Archivalien

KHM-Archiv, III 107, PA Josefine Berger; I 31, Fritz Dworschak an das Ministerium für innere und kulturelle Angelegenheiten, 21.12.1938.

OeStA/AdR, ZNsZ, Gauakt 92.568, Josefine Berger.

WStLA, Historische Wiener Meldeunterlagen, Meldeauskunft Josefine Berger.